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Coronavirus: Ab Montag sind alle Kitas und Schulen geschlossen

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und zu verlangsamen, hat die Niedersächsische Landesregierung beschlossen, alle Schulen, Kindertagesstätten und Horte ab Montag, 16. März, zu schließen. Damit erfolgt auch in Seelze bis voraussichtlich Freitag, 18. April, kein Unterricht in den Schulen und keine Kinderbetreuung in den Kitas und Tagespflegestellen.

Die Schulen werden außerplanmäßig für rund zwei Wochen geschlossen, bevor im Anschluss daran zunächst die Osterferien beginnen, die nach derzeitigen Plänen bis Freitag, 17. April, verlängert werden sollen. In den Schulen wie auch in den Kindertagesstätten und Tagespflegestellen in Seelze findet damit nach aktuellem Stand bis zu diesem Termin grundsätzlich keine Betreuung statt.

Die Stadt Seelze befürwortet diese Entscheidung der Landesregierung ausdrücklich, um das Infektionsrisiko bei allen Bürgerinnen und Bürgern auch mit Blick auf ältere, kranke und andere besonders schutzbedürftige Menschen zu begrenzen, und bittet alle Seelzerinnen und Seelzer und insbesondere alle Eltern um Verständnis.

Im Seelzer Stadtgebiet gibt es zurzeit drei bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus sowie mehrere Verdachtsfälle. Allen drei Erkrankten geht es Angaben des zuständigen Gesundheitsamts der Region Hannover zufolge den Umständen entsprechend gut. Sie befinden sich in häuslicher Quarantäne. Dies gilt auch für die Verdachtsfälle.

Nach Bekanntwerden von Verdachtsfällen aus dem Umfeld der Kindertagesstätte Spatzennest in Velber sowie der Kindertagesstätte Fröbelstraße in Letter hatten beide Einrichtungen am Donnerstagvormittag auf Anordnung von Bürgermeister Detlef Schallhorn unmittelbar ihren Betrieb eingestellt. Der Verdachtsfall mit Bezug zur Kita Spatzennest hat sich nicht bestätigt. Die behandelnde Ärztin sah keinen Corona-Verdacht. Ergebnisse zu den Verdachtsfällen aus dem Umfeld der Kita Fröbelstraße liegen bisher nicht vor. Dies wird von den behandelnden Ärzten weiterhin geprüft und das Ergebnis dem zuständigen Gesundheitsamt der Region Hannover mitgeteilt.

Zur weiteren Prävention sind ab Montag, 16. März auch alle städtischen Sportstätten sowie das Schulschwimmbad Die Qualle bis voraussichtlich Sonntag, 19. April, geschlossen. An der Musikschule Seelze erfolgt bis auf Weiteres kein Unterricht. Im Rathaus Seelze entfällt der Service der offenen Sprechzeit des Teams Wohngeld und Elterngeld der Abteilung Soziale Leistungen der Stadt Seelze. Separate Terminvereinbarungen mit den jeweiligen Sachbearbeiterinnen sind nach wie vor möglich. Unterlagen können zudem am Empfang im Rathaus Seelze, Rathausplatz 1, abgegeben werden. Außerdem entfallen alle Aufführungen und Ausflüge sowie weitere Veranstaltungen mit städtischer Beteiligung, um der weiteren Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Auch zahlreiche private Veranstalter und Vereine haben ihre Termine abgesagt.

Die Stadt Seelze ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, verantwortungsvoll und sachgerecht mit der Situation umzugehen und auf Spekulationen, etwa in Online-Medien, zu verzichten. Aufgrund der sich verändernden Sachlage erfolgen seitens der Stadt Seelze sowohl intern als auch mit weiteren Behörden wie dem Gesundheitsamt der Region Hannover regelmäßige Rücksprachen samt einer Einschätzung zur Lage und zu weiteren Schritten. Gesicherte Informationen zu Entwicklungen in ihrem Stadtgebiet veröffentlicht die Stadt Seelze jeweils zeitnah auf der städtischen Internetseitewww.seelze.deund gibt diese gleichzeitig über Presseinformationen an zahlreiche Medien weiter.

Darüber hinaus finden die Bürgerinnen und Bürger auf der Seite www.seelze.de viele Antworten auf allgemeine Fragen zum Coronavirus, Hinweise zu den Folgen und zahlreiche Kontaktmöglichkeiten. Für weitere Fragen zum Coronavirus bieten die Region Hannover und die Stadt Seelze ihren Bürgerinnen und Bürgern zudem mehrere Service-Telefonnummern an. Allgemeine Fragen zum Coronavirus und zu den Auswirkungen auf zahlreiche Angebote beantwortet die Region Hannover unter 0800 7313131 bis auf Weiteres täglich von 6 bis 18 Uhr über ein kostenloses Bürgertelefon. Bei weitergehenden Fragen zum Coronavirus können sich Bürgerinnen und Bürger montags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr unter Telefon (0511) 4505555 an das Landesgesundheitsamt wenden. Fragen zum Umgang mit privaten Feiern beantwortet die Region Hannover unter Telefon (0511) 6162222.

Für konkrete Fragen von Bürgerinnen und Bürgern zu den Auswirkungen des Coronavirus im Seelzer Stadtgebiet bietet die Stadt Seelze ab Freitag, 13. März, bis auf Weiteres unter (05137) 828477 jeweils montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr ein eigens geschaltetes Service-Telefon an.

Hintergrundinformationen zum Coronavirus:

Coronaviren lösen Atemwegserkrankungen aus. Gewöhnliche Coronaviren verursachen milde Erkältungszeichen mit Husten und Schnupfen, bestimmte Formen können aber auch schwere Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen auslösen. Die neue Form des Coronavirus geht offenbar teilweise mit einem schweren Verlauf einher. Besonders anfällig sind Patienten und Patientinnen mit einer schweren Grunderkrankung.

Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus kann nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gänzlich ohne Symptome verlaufen, aber auch zu Symptomen wie Fieber, trockenem Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit führen. Auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost wurden diagnostiziert. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall.

Die Grippe hat ganz ähnliche Symptome. Zurzeit gibt es in der Region Hannover die jährliche Grippewelle, sodass derzeit bei Atemwegsinfekten vor allem an die Grippe gedacht werden sollte.

Menschen mit entsprechenden Symptomen sollen sich zunächst telefonisch mit ihrem Hausarzt oder dem ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Telefon 116 117 in Verbindung setzen. Der Arzt klärt dann am Telefon ab, ob es sich um eine Erkältung, einen grippalen Infekt oder einen Verdachtsfall für das neuartige Coronavirus handelt und überweist die Patientinnen und Patienten gegebenenfalls zur Behandlung an andere Stellen.